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Tipps zum Bohren in Stein/Beton

Es kommt immer wieder vor, das Sie in Ihren eigenen vier Wänden in Stein oder Beton bohren müssen, um zum Beispiel Regale aufzuhängen. Für diesen Fall benötigen Sie Geräte mit deutlich mehr Kraft als handelsübliche Akkuschrauber. Wir erklären, welche Geräte und Bohrer für das Bohren in Stein und Beton geeignet sind und welche Punkte Sie beachten müssen.

Benötigt werden kräftige Akkubohrschrauber, Schlagbohrmaschinen oder Bohrhämmer, damit Sie problemlos in Stein oder Beton bohren können.

Eine Besonderheit gibt es bei beim Bohren von Hohlblockziegeln. Hier sollte der Schlag abgeschaltet werden, da sonst die Gefahr besteht, das die Kammerstege brechen können. Wenn das passiert, können die Dübel keinen Halt mehr im Material finden.

Tipps für das Bohren in Stein und Beton

  1. Das richtige Gerät auswählen.
    Stellen Sie zunächst fest, um welche Art von Material es sich bei der Wand handelt. Dazu wählen Sie dann das passende Gerät. Bei einer einfachen Ziegelwand kommen Sie mit einem kräftigen Akkubohrschrauber oder einer Schlagbohrmaschine gut zurecht. Bei einer Wand aus Stahlbeton sollte es schon eine leistungsfähige Schlagbohrmaschine oder ein Bohrhammer sein. Der Bohrhammer ist ist im Vergleich zur Schlagbohrmaschine die stärkere Variante. Er dringt sehr leicht auch in hartes Material ein, wie zum Beispiel Stahlbeton.
  2. Den Bohrer auswählen.
    Wählen Sie je nach Wand einen Stein- oder Betonbohrer. Sollten Sie es nicht wissen, so müssen Sie mit einer Probebohrung einen Test durchführen. Welchen Bohrer Sie zu dem Test verwenden ist erstmal nebensächlich, da nur die obere Schicht der Wand angebohrt wird.Kommt roter Staub aus dem Bohrloch, so handelt es sich um eine Ziegelwand. Hier kommen Sie mit einem starken Akkubohrschrauber, einer Schlagbohrmaschine und einem Steinbohrer aus.Kommt weißer Staub aus dem Bohrloch, so handelt es sich um eine Kalksteinwand/Kalksandsteinwand. Hier kommen Sie mit einem starken Akkubohrschrauber, einer Schlagbohrmaschine und einem Steinbohrer aus.

    Kommt grauer Staub aus dem Bohrloch, so handelt es sich um eine Betonwand. Hier kommen Sie mit einer kräftigen Schlagbohrmaschine oder besser einem Bohrhammer und einem Betonbohrer zurecht.

    Tipps zu den Bohrern
    Steinbohrer sind schwächer als Betonbohrer, greifen dafür das Material aber auch nicht so stark an wie Betonbohrer. Setzen Sie bei einer Kalksteinwand einen Betonbohrer zum Bohren ein, so beschädigen Sie eventuell das Material mehr als nötig. Bohren Sie im umgekehrten Fall mit einem Steinbohrer in eine Betonwand, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, das Sie den Bohrer zerstören. Er überhitzt und der Bohrer wird unbrauchbar.

  3. Die Bohrergröße auswählen
    Die Größe des Bohrers richtet sich nach der Größe des Dübels, den Sie in die Wand einbringen wollen. Beim Bohren sollte unbedingt beachtet werden, das das Bohrloch immer ein wenig tiefer ist wie der Dübel lang. So verschwindet er vollständig in der Wand und ragt nicht aus der Wand heraus. Auf den Dübeln und auf den Verpackungen ist die Dübelgröße aufgedruckt. Meist gibt es auch Hinweise zur Schraubengröße und in welcher Größe idealerweise gebohrt werden soll.
  4. Gefahrenquellen suchen und ausschließen
    Beim Bohren in Wände muss man sich immer die Frage stellen, ob elektrische oder wasserführende Leitungen in der Nähe verlegt sind. Wenn Sie eine elektrische Leitung beim Bohren treffen schweben Sie in Lebensgefahr. Treffen Sie eine Wasserleitung drohen teure Wasserschäden.Es gibt einige Richtlinien an denen man sich orientieren kann. So werden Leitungen zum Beispiel immer gerade und in rechten Winkel verlegt. Dreißig Zentimeter von Decken oder Fußböden entfernt sind die Bereiche wo man unbedingt mit Leitungen rechnen muss. Allerdings ist das eine Richtlinie und keine Garantie. Gerade bei Altbauten kann man Erstaunliches erleben. Früher wurde teilweise mit einer sehr frei definierten Toleranz gearbeitet. Spezielle Suchgeräte leisten hier wertvolle Hilfe.
  5. Die Bohrstelle markieren und Bohren
    Wenn die Bohrstelle markiert wurde, setzen Sie den Bohrer an der markierten Stelle an und drücken sich mit dem Bohrgerät fest gegen die Wand. So kann der Bohrer nicht abrutschen.Sorgen Sie dafür, das Sie einen sichern Stand haben. Sie können die ersten Millimeter auch zunächst ohne Schlag bohren um eine Vertiefung für den Bohrer zu schaffen. Sie haben so eine bessere Führung für den Bohrer und vermindern die Gefahr das Material vom Stein abplatzt. Ein Tiefenanschlag hilft Ihnen dabei die richtige Bohrtiefe einzuhalten. Wenn Sie die Bohrtiefe erreicht haben, verringern Sie die Drehzahl deutlich und ziehen Sie den Bohrer langsam und gerade aus dem Bohrloch heraus.
  6. Das Bohrloch säubern und den Dübel einsetzen
    Es empfiehlt sich das Bohrloch auszusaugen um Schuttreste zu entfernen und dann den Dübel in das Bohrloch einzuführen. Um die Staubbelästigung zu verringern können Sie während des Bohrvorganges einen Staubsauger in der Nähe des Bohrloches anhalten um den Bohrstaub gleich abzusaugen.

Einbau von Lichtschaltern oder Steckdosen

Es gibt verstellbare Lochsägen die mit Widia- oder Diamantzähnen besetzt sind, um die Löcher für Lichtschalter oder Steckdosen in die Wand zu schneiden. Der Profi bevorzugt hier Lochsägen mit festem Durchmesser, da sie robuster und stabiler sind. Der Steinbohrer in der Mitte der Säge beginnt mit dem Zentrumsloch, das Sägeblatt schneidet dann das Loch in der gewünschten Größe.

Steinbohrer und Betonbohrer im Vergleich

Steinbohrer

Einen Steinbohrer erkennt man an seiner breiten, zweischneidigen Hartmetallspitze, die das Material wegmeißelt. Er wird für das Bohren in Ziegelstein oder Kalksteinwände eingesetzt.

Betonbohrer

Einen Betonbohrer erkennt man an seiner Diamant- oder Widia-Bohrerspitze. Durch diese extra harten Spitzen ist der Bohrer in der Lage in Beton und Granit zu bohren.Es gibt Betonbohrer für den professionellen Einsatz. Diese sind mit drei Schneidkanten ausgestattet, die sogar in Stahlbeton bohren können.

SDS-plus-Bohrer

Darüber hinaus gibt es SDS-plus-Bohrer. Diese werden bei Bohrhämmern eingesetzt und haben spezielle SDS-plus-Bohrfutter.

Diamantbohrer

Profi-Diamantbohrer werden mit Wasser gekühlt, vor allem wenn die Bohrungen einen größerem Durchmesser haben. Sie werden zum Bohren in Ziegelstein, Granit, Kalkstein, Tonstein und Stahlbeton eingesetzt. Bohrmaschinen die Diamantbohrer antreiben werden gewöhnlich in eine Halterung eingespannt und haben eine empfohlene Leistung von 1500 bis 2500 Watt.