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Tipps zum Bohren in Metall

Der Werkstoff Metall wird mit Spiralbohrern gebohrt. Für weichere Metalle wie zum Beispiel Kupfer oder Aluminium reichen in der Regel Standard-Metallbohrer aus. Wir beschreiben in diesem Artikel, worauf Sie achten müssen und welcher Bohrer sich für welches Material eignet.

Bei härteren Metallen wie zum Beispiel Edelstahl sollten Sie darauf achten, das Sie einen HSS-Bohrer verwenden. Die Bohrer bestehen aus einem sehr hochwertigem Stahl und behalten ihre Schärfe länger als die herkömmlichen WS-Bohrer.

HSS-Spiralbohrer sind in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich. Je hochwertiger die Qualität des Bohrers und Schliff der Schneiden ist, desto besser ist die Bohrqualität und umso schneller verläuft der Bohrfortschritt. Diese höhere Qualität schlägt sich natürlich auf auf den Preis nieder.

HSS-Spiralbohrer sind mit einer goldfarbenen Titannitridbeschichtung erhältlich. Die Beschichtung aus Titannitrid ist sehr hart. Dadurch wird die Reibung des Bohrers im Bohrloch verringert. Der erhöhte Preis bei der Anschaffung relativiert sich dann allerdings über die deutlich längere Einsatzzeit des Bohrers im Vergleich zu den preiswerten Bohrern.

Standard-Metallbohrer sind von 1mm bis 13mm erhältlich. Aus Sicherheitsgründen empfehlen wir beim Bohren Handschuhe und einen Augenschutz zu tragen.

Schneidwinkel

Metallbohrer haben eine scharfe Schneidspitze mit der das Metall leicht durchbohrt werden kann. Der Durchmesser des Bohrers ist über die gesamte Länge des Bohrers gleich. Die Schneiden haben einen Winkel von 118°. Zum Bohren von Edelstahl gibt es spezielle Bohrer die Kobalt enthalten. Diese haben mit einem etwas flacheren Spitzenwinkel von 135° den Vorteil, das sich die Bohrung besser zentrieren läßt.

Bohrungen bis etwa 6mm Durchmesser

Bohrungen bis etwa 6 mm Durchmesser können Sie meistens direkt mit dem passenden Bohrer bohren.

Bohrungen ab etwa 6mm Durchmesser

Wenn der Durchmesser des Bohrers größer wird, steigt auch die benötigte Kraft, um den Bohrer an das Material zu drücken. Es ist daher von Vorteil, größere Löcher zunächst mit einem kleinen Bohrer vorzubohren. Die Stärke des Bohres zum Vorbohren sollte in etwa so stark sein wie die Schneide des großen Bohrers. Wenn dann im zweiten Arbeitsgang der finale Bohrdurchmesser gebohrt wird, ist die Qualität der Bohrung besser. Außerdem müssen Sie weniger Kraft aufwenden.

Hart oder weich

Es gibt für harte oder weiche Metalle spezielle Bohrer. Bei Bohrern für weiche Metalle sind die Schneiden flach um zu verhindern das sich der Bohrer im Material verkeilt. Die Bohrer für harte Materialien haben extrem scharfe Schneiden.

Die richtige Drehzahl

Der Fehler, der am häufigsten gemacht wird, ist Metall mit einer zu hohen Drehzahl zu bohren. Eine ganz einfache Faustregel hilft hierbei:

Je härter das Material, desto niedriger sollte die Drehzahl sein.

Ein ca. 8mm starkes Loch wird mit 2500 u/min gebohrt. Bei einem 8mm starken Loch in Edelstahl ist eine Drehzahl von 800 u/min angebracht. Wenn Sie beim Bohren lange Späne produzieren, haben Sie die Gewissheit, das Sie die richtige Drehzahl gewählt haben.

Bohren von dünnen Blechen

Beim Bohren dünner Bleche (ca. 1-2mm) kann es passieren, das der Bohrer beim Bohren im Metall einhakt. Das Werkstück kann sich dadurch verziehen oder verbiegen. Außerdem ist das Bohrloch nicht perfekt rund. Eine einfache Lösung um das zu verhindern ist es, das Werkstück einfach zwischen zwei Holzplatten einzuspannen und dann zu bohren. Wenn Sie größere Durchmesser in dünne Bleche bohren müssen, empfehlen wir folgende Bohrertypen:

  • Blechschälbohrer
    Blechschälbohrer sind konisch und dementsprechend ist die Wandung des Bohrlochs ebenfalls konisch. Wenn der gewünschte Durchmesser erreicht ist, kann man von der anderen Blechseite noch einmal kurz mit dem Blechschälbohrer ansetzen, um die konische Wandung ein wenig auszugleichen. Es lassen sich Bohrungen mit jedem Durchmesser durchführen.
  •  Stufenbohrer
    Die Flanken des Stufenbohrers sind abgestuft. Die Abstufung geht meist in Schritten von 2mm vor. Das Bohrloch ist präzise und zylindrisch. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Stufen sind angeschrägt und können zum Entgraten der Bohrung verwendet werden. Ist das Loch in der gewünschten Größe gebohrt, können Sie den Stufenbohrer von der anderen Seite des Bleches ansetzen, um auch diese Seite zu entgraten.

Sie laufen bei diesen Bohren keine Gefahr, das das Bohrloch ausreißt. Die Bohrung ist sehr exakt und kann präzise auf den gewünschten Durchmesser gebracht werden. Bei Materialien die stärker als 5-6mm sind ist dann allerdings die Grenze für den Bohrer erreicht. Unbedingt beachten sollten Sie, das Sie beim Bohren eine langsame Drehzahl wählen.

Bohren von Aluminium

Aluminiumlegierungen sind wesentlich weicher als Stahl oder Edelstahl. Daher kann Aluminium mit hoher Drehzahl gebohrt werden. Der Bohrer, den Sie zum Bohren in Aluminium verwenden, hat flache Spannuten (der Bohrertyp W).

Achtung: Verwenden Sie niemals Bohrer mit Titannitridbeschichtung für Aluminium. Beim Bohren lagert sich das Aluminium in der Beschichtung des Bohrers ein. Das hat zur Folge das die Reibung sich stark erhöht und der Bohrer unbrauchbar wird.

Bohren von Messing

Beim Bohren von Messing verwendet man einen Bohrer mit steilen Spannuten (der Bohrertyp H). Messing kann mit hoher Drehzahl gebohrt werden. Hier müssen Sie beachten, das Messing sehr kurze Spane hat, die beim Bohren stark umherspritzen. Daher sollten Sie unbedingt eine Schutzbrille tragen.

Bohren von Edelstahl

Edelstahl ist extrem hart und zäh. Die Festigkeit ist in etwa doppelt so hoch wie die von normalem Baustahl. Die Drehzahl beim Bohren von Edelstahl liegt in etwa bei der Hälfte gegenüber normalem Stahl. Der beste Bohrer zum Bohren von Edelstahl ist ein Bohrer mit Cobaltlegierung (HSS-Co). Wenn Sie Edelstahl mit hoher Drehzahl bohren, kann die Schneide bei kleinen Bohrdurchmessern ausglühen. Um das zu verhindern, setzen Sie den Bohrer an und steigern die Drehzahl langsam von Null an. Sie müssen den Bohrer ständig und mit hoher Kraft gegen das Material drücken.

Bohren von Metallrohren

Beim Bohren von Metallrohren müssen sie darauf achten, das das zu bohrende Rohr fest fixiert ist. Mit einem passenden Holzstab das Sie beim Bohren in das Rohr einführen können Sie verhindern das sich das Rohr unter dem Druck des Bohrers deformiert. Generell gilt auch hier wie immer beim Bohren: Lassen Sie den Bohrer für sich arbeiten.

Bohrspäne

Beim Bohren von Metallen entstehen meistens lange Späne. Diese steigen in den Spannuten des Bohrers auf und werden dann von der Fliehkraft des Bohres herumgewirbelt. Durch nachlassendes Andrucks werden weniger Späne transportiert. Sollten sich Späne dennoch um den Bohrer gewickelt haben stellen Sie zunächst die Maschine ab und entfernen die Späne erst dann sehr vorsichtig. Diese Späne sind messerscharf und können schwere Verletzungen herbeiführen.

Senker

Wenn Metall gebohrt wurde, sollte der Bohrlochrand entgratet werden. Wir raten davon ab diese Arbeit mit einem stärkeren Bohrer durchzuführen, da das zu ungenau ist. Wir empfehlen zum Entgraten des Bohrlochs so genannte Senker. Außer dem Entgraten des Bohrlochs können Sie die Bohrungen damit auch Ansenken, damit zum Beispiel Senkkopfschrauben passgenau verarbeitet werden können.

Folgende Senker gibt es:

  • Kegelsenker
    Kegelsenker setzen Sie am besten in einem Bohrständer ein. Wenn Sie ohne Bohrständer damit arbeiten laufen Sie Gefahr das der Senker schlägt. An der Stirnkante haben Kegelsenker drei oder mehr Schneiden.
  • Querlochsenker
    Querlochsenker sind bauartbedingt etwas teurer neigen dafür aber aufgrund Ihrer Bauart im Freihandbetrieb weniger zum ausschlagen und liefern eine sehr hohe Oberflächenqualität

Wenn Sie mit einem Senker arbeiten, so achten Sie darauf, das Sie mit sehr geringer Drehzahl zu Werke gehen.

Schmierung und Kühlung

Wenn Metall gebohrt wird, entsteht an den Bohrerschneiden des Bohrers Hitze. Durch Kühlen mit Schneidöl oder Fett kann die Temperatur gesenkt werden. Dadurch bleiben die Schneiden des Bohrers länger scharf.

Ein weiterer Vorteil des Einsatzes von Schneidöl oder Fett beim Bohren von Metall ist das die Späne leichter aus den Spannuten gleiten und dadurch die Reibung verringert wird. Wenn Sie den Bohrer mit einer Wachskerze einreiben, erreichen Sie eine saubere Art der Schmierung. Bei sehr harten oder starken Materialien sollten Sie Pausen einlegen, damit sich der Werkstoff und der Bohrer abkühlen können.

Beim Bohren von Messing sollten Sie auf Schmiermittel verzichten. Hier sollte trocken gebohrt werden.