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Tipps zum Bohren in Glas

Das Bohren in Glas ist wegen der hohen Bruchgefahr schon deutlich schwieriger als das Bohren in Holz, Stein oder Metall. Glas ist extrem fest, dabei aber hochempfindlich und zerbrechlich. Bei uns erfahren Sie, wie Sie Glas bohren können und welcher Bohrer sich für dieses Material eignet.

Für den Bohrvorgang benötigen Sie spezielle Bohrer für Glas mit einer Hartmetallschneide oder Diamantbohrer. Mit einer handelsüblichen Bohrmaschine oder einem Akkubohrschrauber kann die Bohrung durchgeführt werden. Der Bohrvorgang wird ohne Schlag durchgeführt.

Beim Bohren empfehlen wir den Bohrer mit Petroleum, Vaseline oder Terpentin zu kühlen. Um die Bruchgefahr zu verringern, kann die Bohrstelle mit einem stabilen Tape abgeklebt werden. Alternativ kann die Bohrstelle mit einem kleinen Damm aus Kitt oder Dichtmasse umgeben werden. Auf diese Weise wird der Bohrer sowohl gekühlt als auch geschmiert. Ein zusätzlicher Effekt ist, das die Gefahr umherfliegender Splitter deutlich verringert wird.

Die Bohrertypen

Im gut sortierten Fachhandel oder Baumarkt gibt es die speziellen Glasbohrer zu kaufen. Es gibt Hartmetallbohrer mit einer spatenförmigen Spitze oder Diamantbohrkronen mit einer runden Kopfform. Damit können sie Löcher bis ½” bohren. Für größere Löcher kommen Hohlkerndiamantbohrkronen zum Einsatz. Diamantbohrer sind haltbarer als die einfacheren Hartmetallbohrer. Bei der Verwendung von Diamantbohrern kommt es weniger häufig zum Glasbruch, wenn sie richtig eingesetzt werden.

Einschränkungen

An dieser Stelle müssen wir allerdings eine Einschränkung vornehmen. Das zu bohrende Glas sollte kein Sicherheitsglas sein. Sicherheitsglas kann nur von Spezialisten mit Spezialausrüstung gebohrt werden. Diese Werkzeuge stehen dem Heimwerker nicht zur Verfügung. Das Glas, das Sie als Heimwerker bohren möchten, sollte nicht lzu dünn sein, da das den Bohrvorgang zusätzlich erschwert.

Sicherheitshinweise

Da der Werkstoff Glas sehr hart, spröde und auch scharf ist, sollten hier besondere Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen werden. Das Glas muss sehr vorsichtig mit Handschuhen behandelt werden. Bohren Sie Glas nur, wenn Sie eine Atemmaske und eine Schutzbrille verwenden. Das Glassplitter umherfliegen kann man nie ausschließen, daher niemals ohne Augenschutz in Glas bohren.

Tipps für das richtige Bohren in Glas

  • Wenn Sie noch niemals in Glas gebohrt habt, sollten Sie vorab an einigen Materialresten ein wenig üben, bevor Sie sich an das eigentliche Material heranwagen. Selbst mit viel Übung kann es passieren, das das Glas während des Bohrens bricht.
  • Mit einer Bohrpresse ist es einfacher den Druck zu regeln, der auf den Werkstoff wirkt.
  • Nur mit niedriger Drehzahl bohren.
  • Die Glasscheibe vollflächig unterstützen.
  • Beim Bohren von Glas immer kühlen.
  • Von klein nach groß bohren, dabei den Druck immer weiter verringern.

Der Bohrvorgang Schritt für Schritt erklärt

  1. Die Bohrstelle ausmessen und markieren.
    Achten Sie bitte darauf, so weit wie möglich von Ecken und Kanten weg zu bleiben. Niemals näher als 20mm an Kanten und Ecken herangehen.
  2. Das Glas muss auf eine flache, ebene und saubere Oberfläche gelegt werden, wo es vollflächig unterstützt wird. Am besten eignen sich gummierte Unterlagen.
  3. Die Bohrstelle mit Tape abkleben oder mit Kitt umgeben.
  4. Kühlmittel auftragen.
  5. Die Bohrmaschine mit einem kleinen Bohrer bestücken. Der Bohrer muss 100% fest in der Bohrmaschine sitzen.
  6. Den Bohrer ansetzen und mit konstantem Druck und langsamer, gleichbleibender Geschwindigkeit bohren.
  7. Wenn der Bohrer die gegenüberliegende Seite des Glases erreicht hat, sollte die Glasscheibe umgedreht werden, sofern das möglich ist. Oftmals bricht die Rückseite aus wenn der Bohrer die Glasscheibe durchdrungen hat. Daher ist es besser von der anderen Seite ebenfalls zu bohren.
  8. Wenn das Loch größer sein soll wird jetzt mit den nächstgrößeren Bohrern weitergebohrt bis die gewünschte Lochgröße erreicht ist. Je größer der Bohrer desto weniger Druck wird ausgeübt und desto langsamer wird gebohrt.