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Tipps zum Bohren in Fliesen

In jedem Badezimmer werden Handtuchhalter, Seifenspender, Duschstangen oder die WC-Papierrolle im Bereich der Fliesen an der Badezimmerwand befestigt. Dabei sollen natürlich die Fliesen nicht beschädigt werden. Wir geben Ihnen Tipps, wie das Bohren in Fliesen gelingt.

Das Bohren in Fliesen gehört schon eher zu den anspruchsvolleren Arbeiten. Wir haben es hier mit einem speziellen Werkstoff zu tun, der zum Teil sehr hart ist, dabei aber trotzdem sehr empfindlich. Wer hier einen Fehler macht, der wird unweigerlich mit einer zerstörten Fliese “belohnt”.

1. Die Vorbereitung für das Bohren in Fliesen und das benötigte Material

Zunächst sollten Sie im Bohrbereich prüfen, ob dort Strom- oder Wasserleitungen verlaufen. Es gibt hierzu im Fachhandel, in den Baumärkten entsprechende Prüfgeräte.
Die Bohrstelle markieren Sie mit einem wasserlöslichen Stift. Danach körnen Sie die Fliese an dieser Stelle leicht an. Wenn Sie für diese Arbeit einen leichten Hammer verwenden, gehen Sie bitte äußerst behutsam vor. Ziel ist es lediglich, die Lasur an der Bohrstelle zu durchdringen.

Über die Bohrstelle befestigen Sie zwei Klebestreifen eines vorzugsweise transparenten Klebebandes überkreuz. Dadurch vermindern Sie die Gefahr, das der Bohrer abrutscht und das Bohrloch absplittert. Wenn Sie keinen wassergekühlten Bohrer verwenden, empfehlen wir eine Schale mit kaltem Wasser bereitzustellen, um den Bohrer zu kühlen.

2. Wählen Sie den richtigen Bohrer für Fliesen aus

Zu richtigen Auswahl des Bohrers ist entscheidend, wie hart die zu bohrende Fliese ist. Bei der Ritzhärte einer Fliese gibt es Werte von 1 (sehr weich) bis 10 (sehr hart). Feinsteinzeug hat z.B. Härtegrad 8 und ist damit einer der härtesten Bodenbeläge. Um Fliesen bis zum Härtegrad 3 zu bohren können Sie noch mit Fliesen- oder Glasbohrern arbeiten. Bei allen Härtegraden darüber sind wassergekühlte Diamantbohrer erheblich besser geeignet. Beim Bohren in Feinsteinzeug oder Naturfliesen kommen Sie um diese komplett durchgehärteten Bohrer herum.

Sie sollten die Fliesen- und Glasbohrer lediglich zum Durchbohren der Fliese selbst verwenden. Durch das Bohren in Stein werden die Spezialbohrer sehr schnell stumpf. Um in der hinter den Fliesen liegenden Wand weiter zu bohren wechseln Sie den Bohrer. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel zum Thema Bohren in Stein und Beton.

Achten Sie unbedingt darauf, das Sie die Schlag- oder Hammerfunktion Ihres Bohrgerätes ausgeschaltet haben. Die entstehenden Erschütterungen würden die Fliese sehr wahrscheinlich beschädigen.

3. Der Bohrvorgang

Wenn Sie den Akkubohrschrauber oder die Bohrmaschine ansetzen, beachten Sie das der Bohrer im rechten Winkel angesetzt wird. Ein Verkanten des Bohrers kann zu Absplitterungen an der Fliese führen. Wenn Sie nicht so geübt sind ist der Einsatz einer Bohrführung empfehlenswert. Beim Bohren üben Sie nur geringem Druck auf die Fliese aus und wählen Sie eine niedrige Drehzahl.

Wenn Sie einen normalen Glas- oder Fliesenbohrer verwenden, halten Sie die Temperatur des Bohrers im Auge und kühlen Sie Ihn ggf. in kaltem Wasser ab. Wenn Sie einen wassergekühlten Bohrer verwenden, achten Sie darauf, das der Wassertank ausreichend gefüllt ist. Beim Bohrvorgang wird die Bohrstelle hier automatisch mit wassergekühlt. Einer zusätzlichen Kühlung bedarf es in diesem Fall nicht, trotz alledem sollten Sie die Temperatur bei längerem Bohren kontrollieren.

4. Wenn Sie doch mal einen Fehler gemacht haben

Sollte Ihnen trotz gründlicher Vorbereitung mal ein Fehler unterlaufen sein, können Sie das Bohrloch mit Spezialspachtel für Fliesen wieder verschließen. Die hervorstehende Spachtelmasse einfach mit einem Spachtel wieder abziehen. Wenn die Masse ausgehärtet ist glätten Sie die Oberfläche mit Schleifpapier. Ist die Fliese allerdings direkter hoher Feuchtigkeit ausgesetzt, empfiehlt es sich die Fliese auszutauschen, um ein Eindringen von Feuchtigkeit in die Wand zu verhindern.

Weitere Tipps für das Bohren in Fliesen

In Fugen bohren

Sofern die Möglichkeit besteht, das Loch in eine Fuge zu bohren, sollten Sie dies nutzen. Diese Löcher sind deutlich einfacher zu bohren und später auch wieder zu verschließen. Achten Sie nur darauf den Randbereich der Fliese nicht zu treffen, da dieser Rand sonst sehr leicht splittert.

Benutzen Sie ausreichende, aber nicht überdimensionierte Dübel

Bohren Sie so klein wie möglich. Für einen leichten Halter für das Toilettenpapier reicht z.B. ein Universaldübel in 6mm oder 8mm. Für Handtuchhalter oder leichte Hängeschränke eignen sich z.B. Langschaftdübel besser, da der lange Dübel besseren Halt in der Wand findet.

Um Handwaschbecken, Hängeschränke oder Handgriffe anzubringen, können Sie sogenannten Porenbetonanker verwenden. Dieser Anker hat ein Gewinde, das sich in den Beton schneidet. Für schwere Waschtische oder Toiletten ist ein Injektionssystem aufgrund der höheren Lasten zu empfehlen. Hierbei wird die Ankerstange zusätzlich mit Mörtel welcher über das Bohrloch eingeführt wird verklebt.